Zwei Namen, die wichtige Aspekte der Architektur vereinen.

None None

DI Dominik Häusler & DI Bettina Platter

Diversität als Aussage.

None None

DI Bettina Platter

Arch. DI. Bettina Platter

Geboren 1973 in Zams
Matura am Bundesrealgymnasium Landeck, 1991
Architekturstudium an der Technischen Universität Innsbruck
Diplomarbeit und Diplomprüfung Bergstation Schönjochbahn, Institut für Raumgestaltung und Entwerfen, 2003
Praxis im Architektenberuf und Handwerk ab 2000 bis 2007
Beeidigung zur Ziviltechnikerin in der Kammer der Architekten für Tirol und Vorarlberg, 2007
Gründung Architektur DI Bettina Platter in Landeck und Zams, 2007
Neuer Bürositz in Zams und berufliche Zusammenarbeit mit Arch. Dominik Häusler, 2013
Gründung Büro Platter Häusler Architekten in Zams, 2019

None None

Arch. DI. Dominik Häusler
Geboren 1975 in Wien,
Matura am Bundesrealgymnasium Wien III, 1993
Studium an der Technischen Universität Wien,
Tutor am Institut für Raumgestaltung, 2000
Diplomprüfung bei Univ. Prof. Helmut Richter, Institut für Hochbau und Entwerfen
Studium mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden, 2004
Seit 1998 Mitarbeit im Architekturbüro Häusler ab 2004
in leitender Position,
Ziviltechnikerprüfung 2007, selbständig tätig seit 2008,
Beeidigung zum Ziviltechniker in der Kammer für
Tirol und Vorarlberg, 2019
Gründung Büro Platter Häusler Architekten in Zams, 2019

Fragen an Bettina Platter und Dominik Häusler

 

Was kann Architektur generell?
Bettina Platter: Architektur beeinflusst unmittelbar unser Leben. Wir bewegen uns in verschiedensten Räumen, Innenräume, Außenräume und ganz wichtig auch in Zwischenräumen. Diese Architekturräume wirken direkt auf den Menschen. Im besten Fall strahlt gute Architektur auf Menschen in deren Lebensräume ab und gibt Ihnen eine positive Energie für die Gestaltung und Bewältigung deren Leben.
Dominik Häusler: Neben dem Beitrag zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden hat Architektur einen wichtigen kulturellen Aspekt: Gute Architektur von heute ist die historische Baukunst von morgen.

Woran erkennt man ein Haus, das von Platter Häusler geplant wurde?
Bettina Platter: An der Einzigartigkeit. Es sind Häuser, die auf die Menschen, die darin leben zugeschnitten sind. Jedes Haus ist maßgeschneidert, wie ein räumliches Kleid, das an den Menschen und an die Umgebung angepasst wird.
Dominik Häusler: Besonderheiten der Bauherren, spezielle Wünsche und Funktionsanforderungen finden ebenso Einzug in die Planung wie verschiedene Anforderungen durch die Art des Bauplatzes oder der Situierung im Gelände.

Was können zwei Architekten, was einer allein nicht kann?
Bettina Platter: Sich positiv ergänzen. Durch den Austausch und auch durch die Perspektive des Gegenübers, werden Zugänge, Ansichten, Überlegungen reflektiert und es ergeben sich die besten Lösungen für das Projekt und deren Menschen darin.
Dominik Häusler: In allen Bereichen, wo ein hohes Maß an Qualität gefordert wird steht immer ein Team dahinter. Ohne Teamarbeit kann ein gewisses Niveau gar nie erreicht werden, ganz egal um welches Gebiet es sich handelt. Auch bei uns entsteht jeder Entwurf, jedes Design durch Teamarbeit, es wird jeder Grundriss, jedes Möbel und jedes Detail immer gemeinsam entworfen. Diese Art von Zusammenarbeit erweitert den Horizont und ist die Triebfeder für neue Ideen.

None

Der wichtigste Aspekt in der Architektur?
Dominik Häusler: Der wichtigste Aspekt in der Architektur ist der Mensch! Architektur hat dem Menschen zu dienen und körperliche Bedürfnisse wie ein behagliches und gemütliches Wohnen zu befriedigen oder ein gutes Arbeitsklima zu schaffen. Es hat aber auch einen gewissen geistigen Anspruch zu erfüllen und kann den Intellekt schärfen. Auch soziale und umweltpolitische Aufgaben hat die Architektur zu erfüllen. Ein sorgfältig geplantes und gebautes Haus hat in der Regel einen langen Bestand, wird meist öfters renoviert statt einfach abgerissen und wirkt sich dadurch sehr positiv auf die Lebenszykluskosten eines Gebäudes aus. Diese Auswirkung hat einen sehr wichtigen Einfluss auf die Umwelt, schont Energie und Ressourcen und wird in Zukunft immer stärker zum Tragen kommen. Auch stellt Architektur einen wesentlichen Beitrag zur Kultur eines Landes bei. Sie ist einer der wichtigsten Kulturgüter, die wir besitzen.
Bettina Platter: Durch den Gestaltungswillen der Architektur werden unmittelbar Eingriffe in der Umwelt, im gewachsenen Raum und auch in der „Wirkensstruktur“ der Beteiligten gemacht. Das muss Architektur verantworten können.

Form oder Funktion: Was hat bei euch Vorrang?
Dominik Häusler: Form und Funktion sind Aspekte, die konvergent sind, d.h. sie laufen zusammen und beeinflussen sich gegenseitig permanent. Wir entwickeln niemals eine Form ohne Funktion, gleichzeitig muss aber auch jede Funktion in Form gebracht werden. Erst dadurch werden Abläufe klar erkennbar und Funktionen ablesbar. Der Zusammenhang zwischen Form und Funktion ist ein wesentlicher Bestandteil unsere Architekturverständnisses.
Bettina Platter: Rein im Projektablauf betrachtet ist es oft die Funktion, über die wir zuerst nachdenken. Nach dem Skizzieren und Durchplanen der optimalen Funktionszugänge entstehen – zeitlich nur einen Hauch später – die atmosphärischen Räume im Kopf und am Papier. In dieser Phase vernetzen sich dann Form und Funktion und werden gleich stark.

None

Welche Rolle spielt der Ort, an dem ein Haus entstehen soll?
Bettina Platter: Der Ort ist zuerst da, d.h. er hat schon eine Geschichte und eine Daseinsberechtigung. Er kommuniziert mit allem was direkt oder auch weiter weg mit ihm zu tun hat. Jeder Eingriff sollte im Einklang mit dem Ort und dem dort Gebauten sein.
Dominik Häusler: Der Genius Loci hat bei unserer Planung auf jeden Fall Einfluss auf die Gebäudeform, wie sich auch die Funktion in der Gebäudestruktur widerspiegelt. Der Geist des Ortes ist aber nicht nur auf dem Bauplatz beschränkt, sondern muss im größeren Kontext mit der gesamten Umgebung und Kultur des erweiterten Planungsgebietes gesehen werden. Besonders Augenmerk bei der Planung legen wir auch auf die Einbettung des Gebäudes in die Landschaft. Hier kann man sich unter Berücksichtigung der Dreidimensionalität des Bauplatzes das Gelände sehr oft als nützliches Werkzeug zu Hilfe nehmen, um spannende Ein- und Ausblicke zu schaffen oder spektakuläre Perspektiven entstehen zu lassen.

Wie entwickelt sich die Architektur in Österreich, speziell in Tirol?
Bettina Platter: Besonders in Tirol wächst das Bewusstsein für die Wichtigkeit von qualitätvoller Architektur und ihrem Umgang mit Baukultur und Ressourcen. Da die Bauflächen immer knapper werden, müssen wir sehr achtsam damit umgehen. Als Architekten haben wir hier eine wichtige Aufgabe und eine große Verantwortung.
Dominik Häusler: Die Kommunen als Auftraggeber haben früh erkannt, wie wichtig gute Architektur ist. Interessanterweise nehmen sie eine Art Vorreiterrolle ein. Und Gott sei Dank ziehen auch immer mehr private Bauherren die Baukunst und gute Architektur dem Fertigteilhaus vor und steigern damit den Wert ihres Gebäudes – in körperlicher, ästhetischer und materieller Hinsicht.